Deponie Berkum
Die Deponie Berkum ist eine teilweise stillgelegte und teilweise in Stilllegung befindliche Deponie, die die HK-Rohstoff & Umwelttechnik GmbH & Co. KG sanieren und betreiben möchte.
Der Ausgangspunkt: Ein Standort mit Geschichte
Zwischen Peine und Berkum, direkt an der B65 und dem Mittellandkanal, liegt die circa 12 ha große Deponie Berkum. Seit den 1930er Jahren wurden hier Schlämme und Reststoffe aus der Ilseder Hütte und der Peiner Träger GmbH abgelagert. Dies geschah in vier Abschnitten, sogenannten Poldern. Der stillgelegte Polder am Mittellandkanal ist heute bewaldet.
Die Ablagerungen der ehemaligen Deponie liegen zum Teil ohne ausreichende Abdichtung im Boden. Schadstoffe wie Arsen, Blei, Sulfat und organische Verbindungen gelangen ins Grundwasser. Die Kontamination der Polder beseitigen wir nun systematisch und nach aktuellem technischem Standard.
Chronologie der Deponie Berkum – Was ist passiert?
Ab 1930
Die Ilseder Hütte und später die Peiner Träger GmbH lagerten Reststoffe aus der Eisen- und Stahlproduktion auf dem Gelände ab. Es entstanden vier Ablagerungsbereiche (Polder 1, 2, 3.1 und 3.2).
1980er Jahre
Polder 1 (Bereich direkt am Mittellandkanal) wurde mit Aushubmaterial aus dem Kanalbau abgedeckt und stillgelegt. Der Baumbestand wuchs auf dieser Abdeckung auf.
Bis 1990er Jahre
Der Betrieb in den Poldern 2, 3.1 und 3.2 lief weiter.
1990
Ein hydrogeologisches Gutachten dokumentiert die Schadstoffsituation am Standort.
1997
Erste offizielle Gefährdungsabschätzung durch das Büro Dr. Born – Dr. Ermel: Schadstoffeinträge ins Grundwasser wurden nachgewiesen.
2011
Die Peiner Träger GmbH beauftragte die HEILIT Umwelttechnik GmbH mit dem Bau einer Oberflächenabdichtung auf den Poldern 2, 3.1 und 3.2. Polder 3.2 wurde auf Polder 2 und 3.1 umgelagert.
2012
HEILIT Umwelttechnik GmbH und Umweltdienste Kedenburg GmbH gründeten gemeinsam die Deponie Berkum GmbH & Co. KG. Ein Übernahmevertrag mit Peiner Träger GmbH wurde geschlossen.
2013
Die Gesellschaft wurde umbenannt in HK-Rohstoff & Umwelttechnik GmbH & Co. KG (HK-RUG).
2017
Zweite Gefährdungsabschätzung für Polder 1 bestätigt: Die Altablagerung beeinflusst das Grundwasser weiterhin.
Seit 2019
Jährliches Grundwassermonitoring durch das Büro Dr. Röhrs & Herrmann GbR im Auftrag von HK-RUG – regelmäßige Messung an mehreren Messstellen auf dem und rund um den Standort.
2023
HK-Rohstoff & Umwelttechnik GmbH & Co. KG wird offiziell als Betreiberin der Deponie Berkum eingetragen.
Frühjahr 2024
Scoping-Termin und Antragskonferenz mit zuständigen Behörden. Untersuchungen, Gutachten und Planungsunterlagen wurden in Auftrag gegeben.
2026
Ergänzende Untersuchungen zur Baugrundsituation und Schadstoffinventarisierung liegen vor. Öffentliche Information des Stadtrats und der Bürgerschaft in Peine wird durchgeführt. Die Fortschreibung der Umweltverträglichkeitsuntersuchungen, der Flächennutzungsplanänderung und Beteiligung der Öffentlichkeit wird angestrebt.
Nächste Schritte
Flächennutzungsplanänderung (FNP) durch die Stadt Peine sowie Einreichung der Antragsunterlagen für das formelle Planfeststellungsverfahren.
Ziele und Vision
Die Ausgangslage
Jahrzehntelange Ablagerungen ohne ausreichende Abdichtung haben dazu geführt, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Dieser Zustand soll durch das Vorhaben dauerhaft behoben werden.
Was konkret angestrebt wird
Ziel 1: Den aktuellen Stand der Technik herstellen:
Als allererstes kümmern wir uns um die fachgerechte Lagerung des bereits vorhandenen Deponats, also der bisher dort abgelagerten Materialien. Im Verlauf der Umlagerung nutzen wir dann die Fläche für den weiteren Deponiebetrieb.
Ziel 2: Grundwasserschutz dauerhaft sicherstellen:
Eine moderne Basisabdichtung nach aktuellem Stand der Technik verhindert das unkontrollierte Versickern von Wasser in den Untergrund. Das Sickerwasser sammeln, messen und reinigen wir vollständig.
Ziel 3: Benötigte Deponiekapazität schaffen:
Niedersachsen benötigt Deponiekapazität für mineralische Abfälle der Klasse DK II. Diese auf einer bereits ausgewiesenen Fläche bereitzustellen ist ressourcenschonend und ökologisch nachhaltig.
Ziel 4: Den Standort aufwerten und übergeben:
Nach Abschluss des Betriebs entsteht eine gesicherte, begrünte Anlage. Die Nachnutzung gestalten wir gemeinsam mit der Stadt Peine – dies ist Bestandteil des Genehmigungsverfahrens.
Wie wir die Ziele erreichen
Schritt 1: Sanierung
Als allererstes kümmern wir uns um die fachgerechte Herstellung einer Basisabdichtung auf dem bereits abfallfreien Polder 3.2. Darauf werden Teile der bereits vorhandenen Abfälle fachgerecht umgelagert. Auf den dadurch neu beräumten Flächen wird abschnittsweise die Basisabdichtung erweitert. Konkret bedeutet das:
- Der vorhandene Deponieinhalt wird abschnittsweise ausgehoben und auf einer neuen, technisch abgedichteten Fläche sicher wieder eingelagert.
- Darunter wird eine mehrstufige Basisabdichtung errichtet: geologische Sperrschicht, mineralische Dichtung, Kunststoffdichtungsbahn und Drainageschicht. Diese Schichten verhindern, dass Sickerwasser ins Grundwasser gelangt.
- Das gesamte Sickerwasser wird aufgefangen, in Tanks am Mittellandkanal gesammelt und fachgerecht gereinigt.
Dieser Sanierungsschritt ist Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen.
Schritt 2: Geordneter Deponiebetrieb
Anschließend an die Herstellung des ersten Abschnitts der Basisabdichtung betreiben wir auf der gesicherten Fläche eine Deponie der Klasse DK II. DK II ist eine klar definierte Kategorie: keine Hausmülldeponie, keine Sondermülldeponie. Eingelagert werden ausschließlich mineralische Abfälle – vor allem Bau- und Abbruchmaterialien wie Boden, Beton, Schlämme, Ziegel und Glas. Weitere Infos zur Klasse DK II finden Sie in der Deponieverordnung des Bundes.
Geplanter Umfang:
- Gesamtfläche: ca. 11 Hektar
- Gesamtmenge: ca. 1,6 Millionen Kubikmeter (davon ca. 900.000 m³ neu angelieferte Abfälle)
- Betriebsdauer: voraussichtlich 16–20 Jahre
- Anlieferungen: durchschnittlich ca. 20 LKW pro Tag
Schritt 3: Abschluss und Nachnutzung
Nach Abschluss des Deponiebetriebs versiegeln und begrünen wir die Fläche mit einem Oberflächenabdichtungssystem. Die Nachnutzung – ob Erholungsfläche, Wald oder anderes – legen wir gemeinsam mit der Stadt Peine fest. Dies ist Bestandteil des Genehmigungsverfahrens.
Stand der Genehmigungsplanung
Seit Mai 2023 ist die HK-Rohstoff & Umwelttechnik GmbH & Co. KG (HK-RUG) die eingetragene Betreiberin der Deponie Berkum. Anfang 2024 fanden der Scoping-Termin und die Antragskonferenz für das noch folgende Planfeststellungsverfahren statt. Seitdem werden die erforderlichen Gutachten, Untersuchungen und Planungsunterlagen erarbeitet.
Abfallarten und Annahme
Auf der Deponie werden wir mineralische Abfälle annehmen, z.B.:
■ Schlacken und Aschen
■ Nicht recyclebarer Bauschutt, Beton, Ziegel
■ Reststoffe aus der Eisen- und Stahlproduktion (Altbestand)
Der Altbestand der Deponie verbleibt auf dem Gelände. Wir lagern ihn auf eine neue Basisabdichtung nach aktuellem Stand der Technik um.
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